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20.08.26, 23:42
„Die Päpstin“ hatte vor ein paar Jahren rund zweieinhalb Millionen Menschen in die Kinos gelockt. Aus so einem Erfolg macht die Constantin gerne nochmal eine Serie. 20 Millionen Euro wollte man für die Produktion ausgeben, fast soviel wie für den Kinofilm und „das größte deutsche Filmprojekt des Jahres“, berichtet Hanns-Georg Rodek in der „Welt“ [Bezahlschranke]. „Doch nun hat die Constantin die Notbremse gezogen“ und die Vorbereitungen dafür abgebrochen – „gerade zwei Monate vor dem geplanten Drehbeginn im Oktober; eine außergewöhnlich kurze Zeitspanne. Als Grund gibt Constantin-Pressesprecherin Katja Wirz an, ein ausländischer Finanzierungspartner sei kurzfristig abgesprungen. Die Produktion hatte sich in der fränkischen Hohenzollernfestung Wülzburg bereits eingerichtet, nun muss alles wieder abgebaut und eingemottet werden.“ Dem „Spiegel“ und dem BR nennt Wirz einen anderen Grund: „einige offene Themen bezüglich Besetzung und Budget, die in der verbleibenden Zeit nicht geklärt werden konnten.“ Was aber angesichts der fortgeschrittenen Drehvorbereitung und Förderzusagen auch nicht so ganz überzeugt. Eine Million Euro Förderung hatte der FFF Bayern für das Projekt bereits bewilligt, weitere 300.000 Euro das Medienboard Berlin-Brandenburg. Auf Bundesebene ist für derartige „Prestigeprojekte“ der German Motion Picture Fund vorgesehen. Was Marc Mensch bei „The Spot“ [Bezahlschranke] auffällt: „Eine Förderung aus dem GMPF gab es offenbar nicht.“ Der Abbruch ist für Rodek nur der Anlass, um hinter die Kulissen zu schauen. Die Constantin hat zwar „39 der 100 erfolgreichsten deutschen Filme der letzten 20 Jahre“ produziert, aber sie gehört zur Schweizer Medienholding Highlight Communications, die in gewaltigen Schwierigkeiten steckt. „Als Sicherheit für ihre Gläubiger hat die Highlight alle 12,7 Millionen Constantin-Aktien beliehen […]. Nun hat sich die Constantin stets bemüht, in Sachen Finanzierung eine Brandmauer zur Highlight aufrechtzuerhalten, unabhängig zu bleiben. Allerdings ist die Bayerische Landesbank als ein regelmäßiger Constantin-Finanzier ausgestiegen, über die Gründe lässt sich nur spekulieren. Möglicherweise hat es mit den russischen Verbindungen der Highlight zu tun.“ Und weil er trotzdem munter weiterspekuliert, entwirft Rodek auch gleich noch ein paar Zukunftsszenarien. Um die Constantin ist ihm dabei überhaupt nicht bang: „Auch ein Management-Buyout mithilfe von Finanzinvestoren wäre denkbar, immerhin ist es Oliver Berben im vorigen Jahr gelungen, den Umsatz um mehr als 20 Prozent auf deutlich über 300 Millionen Euro zu steigern. Fast drei Viertel aller Erlöse der Highlight-Gruppe hat zuletzt die Constantin eingespielt.“ Was nicht in den Berichten steht: mindestens 150 Crewmitglieder sind von dem Stopp betroffen. Was hier geplant ist, haben wir bei der Constantin angefragt. Fortsetzung folgt.
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