verdi-Newsletter SPOT #18 vom 15. September 2022
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 15. September 2022

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die öffentlich-rechtliche Medienlandschaft erschüttert ein Beben, das im RBB seinen Anfang nahm und jetzt auf das gesamte System ausstrahlt. Nach dem dramatischen Abgang von RBB-Intendantin Schlesinger stehen im Sender die Zeichen auf Sturm: Die Belegschaft ist „wütend, wütend, erschüttert, bestürzt, sauer, fassungslos“, wie sie es noch nie erlebt hätte, sagte Dagmar Bednarek vom ver.di- Senderverband. Auch beim NDR gibt es „Unregelmäßigkeiten“ in der Chefetage, vor allem aber Tarifverhandlungen, bei denen sich der Sender nicht mit Ruhm bekleckert. Die Intendant*innen der anderen ARD-Sender haben sich „in Deckung“ begeben. Alles in allem eine Gemengelage, die dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk insgesamt schadet. Nun gilt es, Vertrauen wiederherzustellen, für Transparenz zu sorgen. Dazu gehören auch die faire Behandlung und Einbeziehung der Beschäftigten – ganz gleich, ob festangestellt oder frei. Dafür setzen wir uns ein.

Euer Team aus dem Bereich Medien bei ver.di

Die Themen:
  • RBB I: Der Fall Schlesinger und seine Folgen
  • Streiks in der ARD wegen festgefahrener Tarifverhandlungen
  • RBB II: Kameraleute fürs Nichtstun bezahlt?
  • Tarifergebnis erzielt bei CineStar
  • NDR I: Tarifverhandlungen als Drama in drei Akten
  • NDR II: Lückenlose Aufklärung gefordert
  • Medienpolitische Tagung von ver.di und DGB: Alle Macht den Räten?
  • Deutscher Fairnesspreis für „Garagenvolk“ von Natalija Yefimkina
  • Personalie: Verstärkung im ver.di-Bereich Medienpolitik
  • NDR: Landesfunkhauschefin steigt aus
  • AG Kurzfilm feiert 20jähriges
  • VG Bild-Kunst: Neue Vorstände gewählt
  • NRW: Solo-Selbstständige müssen Corona-Hilfen nicht zurückzahlen
  • Bayern: Über eine Million Euro für Kinos
  • Praktika: Prekäre Arbeitsbedingungen bei der ARD
  • Deutscher Fernsehpreis 2022: Streaming-Produktionen vorn
  • TERMINgeschäft
  • Impressum

RUND UM VER.DI

RBB I: Der Fall Schlesinger und seine Folgen

Der Fall der RBB-Intendantin Patricia Schlesinger beschäftigt die Justiz und die Öffentlichkeit gleichermaßen. Der Verdacht der Untreue und Vorteilsnahme, der Vetternwirtschaft sowie von Compliance-Verstößen wiegt schwer, am 22. August wurde Schlesinger fristlos entlassen. Doch der größte Schaden, den dieser Vorgang anrichtet, ist der Verlust von Glaubwürdigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien generell und die erneute Grundsatzdebatte über den Rundfunkbeitrag. Auf unserer Website findet ihr alle Beiträge, mit denen sich ver.di in den Diskussionen positioniert hat.

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Streiks in der ARD wegen festgefahrener Tarifverhandlungen

Am 12. und 13. September hat ver.di zu Protesten und Streiks aufgerufen, um Bewegung in die seit Monaten verhärteten Tarifverhandlungen bei den Rundfunkanstalten NDR, WDR, SWR, BR, Radio Bremen und Saarländischer Rundfunk zu bringen. Etwa 1.000 Rundfunkbeschäftigte, angestellte und freie, haben sich dabei aktiv für Tariferhöhungen von rund 6 Prozent eingesetzt.

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RBB II: Kameraleute fürs Nichtstun bezahlt?

Ein merkwürdiges Gebaren beobachtet die Freienvertretung im RBB im Umgang mit Kameraleuten, für die ein Bestandsschutz-Tarifvertrag gilt: Sie bekommen zwar Geld, aber keine Arbeitsaufträge. Stattdessen werden Kameraassistent*innen oder Videojournalist*innen zum Dreh geschickt. Aus Sicht der Freienvertretung im RBB ein überflüssiges Unterfangen, Beschäftigungsmöglichkeiten gebe es genug, Geld werde zum Fenster hinausgeworfen.

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Tarifergebnis erzielt bei CineStar

Am 5. September einigten sich ver.di und CineStar auf ein Tarifergebnis. Somit werden die Löhne ab Oktober um mindestens 15 % steigen. Hinzukommend wurde die Erhöhung der jährlichen Sonderleistung um 70 Euro beschlossen.

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NDR I: Tarifverhandlungen als Drama in drei Akten

Bei der 7. Runde der Tarifverhandlungen über Gehälter und Honorare hat der NDR sich kein Stück bewegt, sondern stattdessen eine reine Ablenkungsstrategie gefahren – ein Drama.
Erster Akt: Justiziar kritisiert Redaktionsausschuss. Zweiter Akt: Verwaltungsdirektorin bricht Vertrauen. Dritter Akt: Der Unwille des NDR kommt ans Licht. Die Beschäftigten ließen sich das nicht bieten und gingen ab 11. September für 36 Stunden in einen Warnstreik.

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NDR II: Lückenlose Aufklärung gefordert

ver.di Nord fordert eine schnelle, gewissenhafte und lückenlose Aufklärung der Vorwürfe über Manipulationen durch Führungskräfte im NDR-Landesfunkhaus Schleswig-Holstein. Sollten sich die derzeit bekannt gewordenen Vorwürfe bestätigen, will ver.di einen harten Schnitt und Neuanfang in Fragen von Führung und Organisationsstruktur. „Was wir in diesen Tagen erleben, ist geeignet, dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und seiner gesellschaftlichen Rolle massiven Schaden zuzufügen. Es sei inakzeptabel, dass integre Journalist*innen und loyale Mitarbeiter*innen in ein System der Angst oder der gesteuerten journalistischen Arbeit gerieten, so Susanne Schöttke, Landesleiterin von ver.di Nord.

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Medienpolitische Tagung von ver.di und DGB: Alle Macht den Räten?

„Alle Macht den Räten? Rundfunkauftrag zwischen Wunschkonzert und Kostendruck“ lautete das Motto der von ver.di und DGB veranstalteten Medienpolitischen Tagung am 7. September in Berlin. Am Rande der Tagung hat ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz einen Diskussionsbeitrag zur Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vorgelegt, der die innerbetriebliche, aber auch gesellschaftliche Debatte befeuern kann.

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Deutscher Fairnesspreis für „Garagenvolk“ von Natalija Yefimkina

Seit 2019 vergeben die ver.di-FilmUnion und der Bundesverband Schauspiel (BFFS) gemeinsam den Deutschen Fairnesspreis an eine Produktion, die auf besondere Weise zu gesellschaftlicher Fairness beiträgt. In diesem Jahr stand der Preis unter dem Motto "Wahrheit und Wahrhaftigkeit". Der Deutsche Fairnesspreis wird am 9. September in der Berliner Eventlocation Club Spindler & Klatt im Rahmen der Deutschen Schauspielpreise vergeben.

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Personalie: Verstärkung im ver.di-Bereich Medienpolitik

Neu gestartet ist Bettina Hesse als medienpolitische Referentin bei ver.di. Sie ist für Themen rund um die Entwicklung des Rundfunks und Digitalmedien, der Rundfunkpolitik, Gesetzgebung sowie Staatsverträgen und deren Novellierung ansprechbar und wird mit Informationen und Stellungnahmen die gewerkschaftliche Arbeit entwickeln und die verschiedenen Akteur*innen unterstützen.



AUS DER BRANCHE

NDR: Landesfunkhauschefin steigt aus

Nach Vorwürfen der Vetternwirtschaft und eines „Klimas der Angst" sowie der offenen Rücktrittsforderung aus der Belegschaft kündigte Sabine Rossbach am 8. September an, die Leitung des NDR-Landesfunkhauses Hamburg abzugeben.

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AG Kurzfilm feiert 20jähriges

Gegründet bei den 48. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen 2002, feiert die AG Kurzfilm in diesem Jahr ihr 20. Jubiläum. Der Präsident der Filmförderungsanstalt (FFA) und ehemalige Kulturstaatsminister Bernd Neumann würdigte die AG als wichtigen Bestandteil unserer Filmkultur.

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VG Bild-Kunst: Neue Vorstände gewählt

Auf der Mitgliederversammlung der VG Bild-Kunst in Bonn wurden neue Vorstände gewählt. Wenn es gelinge, Lizenzen mit den Social-Media-Plattformen abzuschließen, könnten die Umsätze der Verwertungsgesellschaft eine gänzlich neue Dimension erreichen, machte der geschäftsführende Vorstand Urban Pappi deutlich. Der deutsche Gesetzgeber hatte Facebook & Co. 2021 in die urheberrechtliche Haftung genommen.

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NRW: Solo-Selbstständige müssen Corona-Hilfen nicht zurückzahlen

Solo-Selbständige müssen Corona-Hilfen in Höhe von 7000 Euro nicht an das Land NRW zurückzahlen. Das hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf in drei Leitverfahren entschieden.

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Bayern: Über eine Million Euro für Kinos

31 bayerische Kinos können ihre Häuser mit Zuschüssen in Höhe von insgesamt über einer Million Euro aus Zuschüssen des Bayerischen Staatsministerium für Digitales modernisieren. Gefördert werden Filmkunsthäuser, Einzelhäuser und kleine und mittlere Kinocenter in allen Regionen Bayerns. Ziel der Förderung ist es, die vielfältige Kinolandschaft zu erhalten und dem Publikum in ganz Bayern Zugang zu Filmkultur zu bieten.

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Praktika: Prekäre Arbeitsbedingungen bei der ARD

Prekäre Arbeitsbedingungen im Journalismus sind ein immer wiederkehrendes Thema.
So sind die Ausgaben für Gehälter von Praktikant*innen noch immer Null, obwohl die Debatte um Zugangshürden in den Journalismus unverändert aktuell ist. In einigen Landesrundfunkanstalten wurden die Beschäftigungsbedingungen mittlerweile etwas verbessert. Doch die übrigen Rundfunkanstalten (Südwestrundfunk, Norddeutscher Rundfunk, Saarländischer Rundfunk und Radio Bremen) vergüten Praktika mit einer Länge von unter drei Monaten weiterhin nicht.

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Deutscher Fernsehpreis 2022: Streaming-Produktionen vorn

Noch nie waren für den Deutschen Fernsehpreis so viele Produktionen von Streamern und Mediatheken nominiert: In den Bereichen Fiktion, Information und Unterhaltung ist RTL+ auf Augenhöhe mit Netflix, das ZDF knapp vor der ARD, RTL Deutschland klar vor Seven.One. Am 13.un d14. September werden die begehrten Preise verliehen.

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TERMINgeschäft

Bewerben bis 7. Oktober: Redaktionsvolontariate bei Radio Bremen

Angeboten werden journalistische Volontariate in Bremen, Bremerhaven und mit dem Schwerpunkt Digitales. Die zweijährige Ausbildung beginnt am 15. April 2023.

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7. Oktober, 13 bis 19 Uhr, Hamburg: Explorer Konferenz #3

Die Konferenz steht unter dem Motto "Wandel der Systeme" und beschäftigt sich mit Zukunftsfragen des Produzierens für Film, Fernsehen und Streaming. Deutsche und internationale Sprecher*innen geben einen Einblick in ihre Arbeit und Strategien und vermitteln zukunftsorientiertes Wissen.

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10. Oktober: MFG-Zukunftskonferenz „Was machst du?“

Unter dem Motto „Starke Ideen. Wandel gestalten.“ geht es auf der Zukunftskonferenz der MFG Baden-Württemberg um aktuelle Herausforderungen der Kultur- und Kreativwirtschaft in Zeiten der Klima-Krise und digitalen Transformation. Den Abschluss bildet die Auszeichnung der Gewinner*innen des Landespreises IDEENSTARK.

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Bewerben bis 15. Oktober: Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik

Die Hans-und-Traute-Matthöfer-Stiftung in der Friedrich-Ebert-Stiftung schreibt erneut den Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik aus. Er wird im Frühjahr 2023 in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin im Rahmen einer Festveranstaltung verliehen.
Das Preisgeld beträgt 10.000 Euro und ist teilbar; der Sonderpreis für außerordentliche wirtschaftspublizistische Leistungen ist mit 5.000 Euro dotiert.

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Anmelden bis 15. Oktober: FES-Medienakademie in Berlin am 3./4. November in Berlin

Unter dem Titel „Dauerkrisensendung“ soll es um die Herausforderungen der heutigen Zeit mit Klimakatastrophe, Krieg in der Ukraine, Preissteigerungen, Energiekrise und Corona gehen. Die Medien, die für Über- und Durchblick sorgen sollen, stehen vor einem Problem: Welche dieser gleichzeitig ablaufenden Entwicklungen stellen sie in ihrer Berichterstattung nach vorne? Wie schaffen sie es, die Lage der Welt möglichst umfassend zu präsentieren, ohne wichtige Themen und Aspekte zu vernachlässigen? Und welche Rolle spielt die Agenda der Politik bei der Themensetzung?

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18. Oktober, ver.di-Haus Berlin: Existenzgründung für Journalist*innen, Medienberufler*innen und Künstler*innen

Im Seminar werden Kenntnisse zu den Rahmenbedingungen der freiberuflichen Existenz in Medien- und künstlerischen Berufen vermittelt. Die Teilnehmer*innen sollen mit dem Seminar in die Lage versetzt werden, Chancen sowie Risiken einer Selbstständigkeit beurteilen zu können, die Besonderheiten für ihre Berufsgruppen kennen und nutzen zu lernen. Für bereits erfolgte Gründungen kann das Seminar zur Überprüfung der getroffenen Entscheidung dienen.

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25. Oktober, Berlin: Verleihung des Deutschen Wirtschaftsfilmpreises

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) verleiht zum 55. Mal den Deutschen Wirtschaftsfilmpreis. Der Wettbewerb verfolgt insbesondere das Ziel, die Wissensvermittlung über wirtschaftliche und politische Zusammenhänge durch Filme zu fördern.

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Bewerben bis 31. Oktober: Programmvolontariate beim NDR

Angeboten werden journalistische Volontariate mit Einsätzen in verschiedenen Regionalstudios und Funkhäusern. Die zweijährige Ausbildung beginnt am 1. August 2023.

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5. November, Online: Vertragsverhandlungen für Film- und Fernsehschaffende

Die meisten Filmschaffenden arbeiten projektbezogen und müssen daher mehrere Verträge im Jahr verhandeln – mit Profis, die mehrere hundert Verhandlungen im Jahr führen. Entsprechend groß sind oft die Unsicherheiten: Wie kann man das bestmögliche Ergebnis erzielen und sicherstellen, dass alle wichtigen Punkte vereinbart wurden? Wie findet man die Balance, um sich weder unter Wert zu verkaufen, noch aufgrund zu hoher Forderungen aussortiert zu werden? Diese und weitere Fragen werden in der Online-Veranstaltung mit Referentin Caroline Rosenau (Kamerafrau / Filmeditorin / Dozentin) diskutiert.

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IMPRESSUM

Texte: Gundula Lasch
Redaktion: Monique Hofmann
V.i.S.d.P.: Matthias von Fintel, Geschäftsführer
connexx.av GmbH, c/o ver.di
Paula-Thiede-Ufer 10
10179 Berlin

Bei Fragen, Anregungen oder Kritik sind wir erreichbar:
connexx.av GmbH, c/o ver.di
Matthias von Fintel
Telefon: 030.69562302
E-Mail: mail@connexx-av.de


 

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