BundesFilmVerband-Newsletter 2/2011

 
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
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BeitragVerfasst am: Do März 03, 2011 11:19 pm    Titel: BundesFilmVerband-Newsletter 2/2011 Antworten mit Zitat
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BFV-Newsletter 2/2011
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connexx.av und der BundesFilmVerband (BFV) in ver.di wollen mit diesem monatlichen Newsletter fuer bessere Information und Transparenz bei den Beschaeftigten der Produktionswirtschaft von Film- und Fernsehen sorgen. Insbesondere sollen hier film- und sozialpolitische Themen aufgegriffen werden. Der BFV bildet das gewerkschaftliche Netzwerk von Film- und Kulturschaffenden sowie allen anderen an der Film- und Fernsehproduktion beteiligten Beschaeftigten. Er tritt fuer Kunstfreiheit und gerechte Arbeitsbedingungen ein. Als vorrangiges Ziel strebt er eine integrierte Interessenvertretung dieser Filmberufe in der zergliederten Branche gegenueber Sendern, Produzenten und der Politik an:
<http://www.connexx-av.de/filmfernsehproduktion_bfv.php?a=20110200&b=2230&c=t>

Inhalt
1. Alptraumfabrik Deutschland - Traumfabrik Italien mit mehr Beschaeftigung
2. Skandal bei der ARD: Preisverfall bei Freien und Geldsegen fuer Gesichter
3. Personalabbau bei CinePostproduction: ver.di fordert Beschaeftigungssicherung und Altersteilzeitregelungen
4. BFV plaediert fuer Ausbau des DFFF und verweist auf seine Investitionskraft
5. ver.di verhandelt Beschaeftigungssicherung fuer Filmvorfuehrer
6. Verhaeltnis zwischen Sendern und Filmemachern muss neu justiert werden
7. MITMACHEN: Weil es so WICHTIG ist!! - Branchenumfrage zum ALG I-Anspruch fuer Filmschaffende
8. Meldungen
9. Impressum / Abo


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1. Alptraumfabrik Deutschland - Traumfabrik Italien mit mehr Beschaeftigung
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Von Italien lernen, heisst Beschaeftigung schaffen! Diesem Eindruck konnte sich bei der Diskussion "Alptraum Traumfabrik - Wege aus der Selbstausbeutung bei Film und Fernsehen" des Bundesfilmverbands in ver.di (BFV) auf der Berlinale einstellen. Kleine Umstellungen mit eventueller grosser Wirkung in der Produktionsorganisation sind jedoch nur die eine Seite der Medaille, um Tarife einzuhalten. Auf der anderen steht das Geld, das offensichtlich nur die Sender haben. Und die behaupten ja staendig, es geht ihnen aus, weshalb sie auf Gagen und Gehaelter druecken. Doch bevor ARD und ZDF als auch die privaten Sender ordentlich zahlen, muessen wohl die Produzenten endlich ehrlich kalkulieren, was ein Dreh kostet. 43 Stunden die Woche, neun Stunden am Tag, und jede der zwei zugelassenen Ueberstunden pro Woche muss schon am Morgen des jeweiligen Drehtags angekuendigt werden. Wenn ein Mitarbeiter sich dagegen ausspricht, kann sie nicht durchgefuehrt werden. Am Freitag werden dann gar nur sieben Stunden gearbeitet.
Um 15.00 Uhr faellt der Hammer - der in Deutschland fuer diesen Tag oft angesetzte Nachtdreh, der die Erholungszeit des Wochenendes einschraenkt, ist nicht moeglich. Um das Pensum in der gleichen Anzahl von Tagen trotzdem zu schaffen, haben die Crews im Schnitt acht bis zehn Mitarbeiter mehr, was die Gewerkschaft in Italien genau kontrolliere. Sie hat auch ein Auge auf die tarifgerechte Bezahlung. "Von diesem Zustand sind wir noch weit entfernt, weil wir noch nicht genug dafuer getan haben, denn wir Film- und Fernsehschaffenden organisieren uns immer noch zu wenig; dass muessen wir aendern, da muessen wir von unseren Nachbarkollegen lernen, dann werden wir auch hier bessere Bedingungen durchsetzen", beschreibt Olla Hoef, Vorstand BFV, die Situation. Dem international taetige Regisseur Marco Serafini faellt zur Arbeit in Italien folgendes ein:

<http://connexx-av.de/meldung_volltext.php?id=4d6f816bb6493&akt=filmfernsehproduktion_bfv&a=20110201&b=2230&c=t>

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2. Skandal bei der ARD: Preisverfall bei Freien und Geldsegen fuer 'Gesichter'
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Alptraeume bekommen nicht nur die Filmschaffenden bei ueberwiegend fiktionalen Produktionen, wenn es um deren Arbeitsbedingungen geht, sondern auch die Fernsehschaffenden fuer Dokumentationen, Reportagen und EB-Bereich, sie haben immer haeufiger mal wieder ein erbauliches Gespraech mit einem Disponenten, der fuer einen Magazinbeitrag den Tagespreis fuer ein EB-Team auf ? 720.- druecken wollte! "Werdet Ihr auch manchmal im benachbarten Ausland eingesetzt - natuerlich zum Innland-Guenstigpreis - und habt mit den Ohren geschlackert, was dort die Kollegen verdienen", fragt sich selbst ein betroffener Kollege. Ein Teampreis in Daenemark ? 1.750.-; in England ? 1.270.-; in Spanien 1.250.-; etc.. ABER: Es gibt Hoffnung! Wie einige Gewerkschaftskollegen jetzt recherchiert haben, werden nach den Tarifvertraegen fuer "Freie", beispielsweise beim NDR ? 474,34 fuer EB- Kamera und ? 195,26 fuer den Tontechniker pro Tag bei acht Stunden und auf Steuerkarte veranschlagt.
Die Umrechnung auf 10 Stunden und 30% Aufschlag fuer selbststaendige Taetigkeit fuehrt ein EB-Team direkt ins europaeische Mittelfeld mit ca. ? 1.100.- zzgl. Equipment. Von diesen NDR-Tarifen koennen wir bislang nur traeumen, denn gezahlt werden sie nicht! Oder vielleicht besser - noch nicht? Als der Euro eingefuehrt wurde, lag ein niedriger Teampreis mit zwei Funkstrecken und WWD bei ca. ? 820. Seit dem sind die Gagen kontinuierlich fuer alle Freien EB-Teams auf ca. ? 750.- Tagespauschale gesunken. Mittlerweile machen dagegen ? 75.- netto fuer Tontechniker auf Steuerkarte beim ZDF die Runde. Freie Tonkollegen koennen sich kaum mehr sozialversichern. Aber wo die Sonne fuer die einen untergeht, geht sie fuer die anderen auf - die Gagen fuer die Moderatorinnen und Moderatoren der Top Show Acts, Talkrundengespraeche oder z.B. der Ziehung der Lottozahlen erreichen immer hoehere Millionenbetraege.

<http://connexx-av.de/meldung_volltext.php?id=4d6f841792e0a&akt=filmfernsehproduktion&a=20110202&b=2230&c=t>

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3. Personalabbau bei CinePostproduction: ver.di fordert Beschaeftigungssicherung und Altersteilzeitregelungen
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Der vom Vorstand der Cinemedia AG angekuendigte Personalabbau von ca. 70 Mitarbeitern bei der Cine-Postproduction in Hamburg und Muenchen trifft viele der vor allem aelteren Beschaeftigten. Sie alle haben teilweise 30 Jahre und laenger im Unternehmen gearbeitet und vieles fuer den Jahrzehnte langen Erfolg der Kopierwerke geleistet. Insbesondere fuer diese Kollegen will sich der Gesamtbetriebsrat (GBR) stark machen, und im Rahmen seiner Interessenausgleichsverhandlungen deutliche Akzente einer sozialen Absicherung schaffen. Ergaenzend zu den Verhandlungen auf Betriebsebene durch den GBR formuliert die Gewerkschaft klare Forderungen zu einem Altersteilzeit-Tarifvertrag und beschaeftigungssichernden Massnahmen fuer die juengeren Kolleginnen und Kollegen im Rahmen des VTFF-Tarifvertrages.
Auch wenn die Geschaeftsfuehrung bislang noch kein wirkliches Konzept der betriebsaendernden Massnahme vorgelegt hat, wie sich die Arbeits- und Produktionsprozesse in den kommenden Jahren gestalten, ist absehbar, dass die konventionelle Fertigung auf Zelluloid stark ruecklaeufig sein wird.

<http://connexx-av.de/meldung_volltext.php?id=4d6f852da8d21&akt=avproduktion&a=20110203&b=2230&c=t>

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4. BFV plaediert fuer Ausbau des DFFF und verweist auf seine Investitionskraft
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Erstmals wurde der DFFF 2010 nicht ausgeschoepft, nur knapp 59 der 60 Mio. konnten ausgegeben werden. Der verbleibende Betrag fliesst zurueck in den Bundeshaushalt. Die Bilanz des Fonds kann sich ansonsten sehen lassen. Alle gefoerderten Filme erlebten ihre Urauffuehrung im Kino, aus dem Jahre 2007 steht nur noch die Fertigstellung von Fatih Akins Langzeitdoku ueber Muellhalden in der Tuerkei aus. Der Beirat bewilligte in einigen Ausnahmefaellen, dass zwischen Fertigstellung der Nullkopie und Kinostart mehr als 12 Monate liegen. Rund 90% der Filme wurden mit mehr als der in der Richtlinie geforderten Mindestzahl an Kopien gestartet. Daher ergaben sich keine Rueckzahlungen von Mitteln.
Die Erfolgsbilanz sei offensichtlich, mit den bisher ausgezahlten 234 Mio. Euro seien Investitionen von 1,4 Mrd. Euro ausgeloest worden. Daher versprach Kulturstaatsminister Bernd Neumann auf der Berlinale mehrmals, sich fuer eine weitere Verlaengerung des Subventionstopfes einzusetzen. Das sei angesichts der allgemeinen Haushaltlage jedoch kein Selbstlaeufer. Der Vorstand des BundesFilmVerbandes (BFV) fordert Staerkung der Beschaeftigungssituation durch die Fortfuehrung des DFFF und verweist auf dessen enorme Investitionskraft. Gleichzeitig mahnt der BFV aber auch wiederholt an, Foerderungen unmittelbar an die Tarifgebundenheit der gefoerderten Produktionen zu koppeln.

<http://connexx-av.de/meldung_volltext.php?id=4d6f861bdb1fe&akt=filmfernsehproduktion_bfv&a=20110204&b=2230&c=t>

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5. ver.di verhandelt Beschaeftigungssicherung fuer Filmvorfuehrer
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Kulturstaatsminister Bernd Neumann gab am 11. Februar im Rahmen des Produzententages den lang ersehnten Startschuss fuer die Unterstuetzung der Digitalisierung der Filmtheater durch den Bund und die FFA. In den Genuss der Foerderung kommen auch 70 Kommunale Kinos. Vier Wehrmutstropfen bleiben. 20% der Kosten muss der Betreiber selbst uebernehmen. Noch immer ist nicht geklaert, dass von den Verleihern als Hauptnutzniesser der Digitalisierung die benoetigten 20 Mio. Euro fliessen werden. Und die Kinos, die der Politik im Herbst glaubten, bereits digitalisierten und einen Foerderantrag bei der FFA gestellt haben, gehen leer aus. Entgegen der versprechen der Kinobetreiber werden wohl viele der rund 1500 Filmvorfuehrer ihre Arbeit verlieren. Dass mit diesem staatlichen Investitionsprogramm Arbeitsplaetze verloren gehen koennten, hatten LINKE und SPD mehrmals angemahnt. AG Kino und der Hauptverband Deutscher Filmtheater beschwichtigten mehrmals oeffentlich, dass diese Befuerchtung unbegruendet sei.
Ver.di hat dagegen reagiert. In der 3. Verhandlungsrunde mit der CinemaxX AG wurde vereinbart, dass Vorfuehrern ein Weiterbeschaeftigungsangebot im Kino gemacht werden muss, wenn sie auf Grund der Digitalisierung ihren Arbeitsplatz verlieren. Im ersten Jahr wird eine moegliche Gehaltsdifferenz voll ausgeglichen, im zweiten Jahr zu einem Drittel und im dritten Jahr zu zwei Dritteln. Fuer das Kinopolis Viernheim wurde sogar die Weiterbeschaeftigung der betroffene Mitarbeiter bei gleicher Bezahlung vereinbart.

<http://connexx-av.de/meldung_volltext.php?id=4d6f87388e9da&akt=filmfernsehproduktion&a=20110205&b=2230&c=t>

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6. Verhaeltnis zwischen Sendern und Filmemachern muss neu justiert werden
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Regisseurin Sherry Horrman ist verhalten optimistisch. Urspruenglich sollte ihre Verfilmung des Bestsellers "Wuestenblume" im Herbst am spaeten Samstagabend in der ARD gezeigt werden. Jetzt gehoert die beruehrende Geschichte des Models Waris Dirie, die die Verstuemmelung der Genitalien von Maedchen in Aethiopien erstmals oeffentlich angeprangert hatte, zu den ersten 13 Titeln, die das Erste im Sommer 2012 gleich nach der "Tagesschau" senden wird, um das Sommerloch durch die Urlaubsplaene der Talker zu fuellen. Mit dieser halbherzigen Entscheidung, die mit dem Geld der Gebuehrenzahler koproduzierten Spielfilme gegen den sommerlichen Garten antreten zu lassen, reagieren die Verantwortlichen der ARD auf die Kritik der Kreativen, Spielfilme in den spaeten Abendstunden zu verstecken und seit Jahren keinen regulaeren Platz fuer ihre Ausstrahlung anzubieten.
Entzuendet hatte er sich im Herbst 2010 an Doris Doerries "Hanami - Kirschblueten", der trotz Ehrung mit dem Deutschen Filmpreis und mehr als einer Million verkaufter Kinokarten an einem Samstagabend nach 22.00 Uhr lief.

<http://connexx-av.de/meldung_volltext.php?id=4d6f88164e699&akt=filmfernsehproduktion_bfv&a=20110206&b=2230&c=t>

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7. MITMACHEN: Weil es so WICHTIG ist!! - Branchenumfrage zum ALG I-Anspruch fuer Filmschaffende
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Der BundesFilmVerband in ver.di (BFV) hat eine branchenweite Befragung der Filmschaffenden zum Arbeitslosengeld I-Bezug (ALG I) infolge der Gesetzes?nderung zum 1.8.2009 (neue Anwartschaftszeit nach ?123 Abs. 2 SGB III) gestartet. Hierbei geht es vorrangig um Erkenntnisse, ob sich die soziale Absicherung durch die ergaenzende Regelung zum Anspruch auf ALG I durch die verkuerzten Anwartschaftszeiten tatsaechlich verbessert hat. Welche Erfahrungen sind von den einzelnen Filmschaffenden mit der verkuerzten Anwartschaftszeit gemacht worden; denn es war das Ziel, tatsaechlich einen leichteren Bezug von ALG I fuer kurzfristig Beschaeftigte ab sechs statt zwoelf Monaten Anwartschaftszeit zu realisieren. Die Regelung enthaelt zwei Beschraenkungen: die Anwartschaft darf nicht ueberwiegend aus Beschaeftigungen von mehr als sechs Wochen ( = 42 sozialversicherte Tage) entstanden sein und das Einkommen der letzten zwoelf Monate darf nicht ueber 30.240 Euro liegen.
Beide Beschraenkungen wurden vom BFV in ver.di wiederholt kritisiert, weil zu befuerchten war, dass diese einen verbesserten Anspruch auf ALG 1 fuer Film- und Kulturschaffende mutmasslich verhindern. Die Reform unterliegt einem staendigen Monitoring der Bundesanstalt fuer Arbeit. Die erste Auswertung ueber den Zeitraum von sieben Monaten zeigt, dass nur 429 Antraege von Film- und Kulturschaffenden gestellt worden sind, von denen ganze 20 % bewilligt wurden. Haben viele Filmschaffende erst gar keinen Antrag gestellt? Warum wurde die Neuregelung bisher so wenig in Anspruch genommen? Warum wurden dennoch gestellte Antraege abgelehnt? Die Forderung des BFV lautet nach wie vor, dass fuer professionelle Filmschaffende ein Wechsel von Phasen der Beschaeftigung und des Bezuges von ALG I moeglich sein muss, ohne in ALG II zu fallen. Deswegen fragen wir auch nach dem tariflichen Zeitkonto und dem Zusammenwirken von gesetzlichen mit den tariflichen Regelungen.
Wir bitten alle auf Produktionsdauer angestellten Film- und Kulturschaffenden in Fernseh-, Kino- und Theaterproduktionen an der Befragung teilzunehmen, um bei den anstehenden Gespraechen zur Gesetzesueberpruefung und Anpassung fuer die Interessen der betroffenen Beschaeftigten eintreten zu koennen.

<http://umfrage.connexx-av.de/>

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8. Meldungen
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Bundesverwaltungsgericht billigt FFG
Die Richter des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig wiesen am 23. Februar die Klage der Kinokette UCI gegen das Filmfoerderungsgesetz in der Fassung von 2004 ab und akzeptierten damit die Nachbesserungen, die das BKM im Sommer 2010 eingefuegt hatte. Das Gericht hatte im Februar 2009 eine Gleichbehandlung der rechtlichen Stellung aller Gruppen gefordert, von denen die Abgaben fuer das Entstehen deutscher Filme verlangt werden. Jahrzehntelang hatte das Fernsehen freiwillig gezahlt, waehrend Kino- und Videobranche dazu verpflichtet wurden. Dies wurde behoben, die Fernsehsender muessen jetzt zahlen. Auf eine Rueckwirkung der Zahlungsverpflichtung, die insbesondere die Verweigerer Tele5 und Das Vierte getroffen haette, wurde im Gesetz verzichtet. Trotz des Urteils ist die Auseinandersetzung wohl nicht ausgestanden.
Die UCI zahlt ihre Filmabgabe weiter unter Vorbehalt, sie wird wohl in die naechste Instanz gehen und sich dort darauf berufen, dass andere Nutzniesser des Erfolgs des deutschen Films, unter anderem die Filmexporteure, nicht in das System einbezogen werden. Geschaeftsfuehrer Ralf Schilling befuerchtet auch, dass die Interessen des Kinos bei der anstehenden Novellierung des FFG zum 1. Januar 2013 wie schon in den vergangenen Jahren nicht ausreichend beruecksichtigt werden.

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Kartellamt stoppt VoD-Plattform der Privatsender
Das Bundeskartellamt wird die gemeinsame Videoplattform von RTL und ProSiebenSat.1 nicht dulden, die nach dem Erfolg der aehnlich konzipierten US-Plattform Hulu gegruendet werden sollte. Die Wettbewerbshueter haben dies schriftlich gegenueber beiden Medienkonzernen angekuendigt. "Das Bundeskartellamt sehe offenbar kartellrechtliche Probleme", bestaetigen die betroffenen Sender der "FTD". Es ist zwar noch keine endgueltige Entscheidung - doch die Sender befuerchten das Aus fuer ihre Plaene. Sie behielten sich vor, eine endgueltige Absage "gerichtlich ueberpruefen zu lassen", so ein RTL-Sprecher zur "FTD". Zuvor haben die Sender bis zum 10. Maerz Zeit, gegenueber dem Kartellamt Stellung zu nehmen.

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Media-Programm in Gefahr
Die EU plant gravierende Veraenderungen im erfolgreichen Media-Programm, das mit anderen Foerderbereichen der EU verschmolzen werden soll. Gegen dieses Damoklesschwert formierte sich am Rande der Berlinale Widerstand. Die Direktoren der europaeischen Filmfoerderungen (European Film Agency Directors - EFAD) forderten in ihrer "Gemeinsamen Berliner Erklaerung", dass das Programm mit seiner bisherigen Ausrichtung und finanziellen Ausstattung erhalten bleiben muesse. Sie betonten die entscheidende Rolle des MEDIA-Programms, das in den letzten 20 Jahren die Vielfalt der europaeischen Kinolandschaft gepraegt hat. Sowohl das Festivalprogramm in Berlin als auch in Cannes zeigt im Durchschnitt ueber 20 Filme, die durch das MEDIA-Programm unterstuetzt werden. Fuer kleinere Laender ist das MEDIA-Programm oft die einzige Moeglichkeit, europaeische Filme im eigenen Land sichtbar zu machen. Ueberdies ist das europaeische Foerderprogramm insbesondere fuer diese Laender eine unverzichtbare Finanzierungsquelle.
Die EFAD zeigen sich tief besorgt ueber die Auswirkungen einer moeglichen Verschmelzung des MEDIA-Programms mit anderen Foerderbereichen der EU. Insbesondere befuerchten sie, dass das MEDIA-Programm seinen besonderen Charakter und seinen Budgetspielraum verlieren koennte. Dadurch waere der audiovisuelle Sektor in Europa gefaehrdet und die Hauptziele des MEDIA-Programms - die kulturelle Vielfalt europaeischer audiovisueller Werke und deren Verbreitung sowie die Wettbewerbsfaehigkeit des audiovisuellen Sektors - in Europa ernsthaft bedroht.

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9. Anmeldung/Impressum
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Erscheinungsdatum: Der BFV-Newsletter erscheint grundsaetzlich am Ende eines Kalendermonats. Aus Termingruenden sind Verschiebungen des Versandes nicht auszuschliessen. Wenn Sie den BFV-Newsletter kostenlos erhalten wollen, melden Sie sich bitte persoenlich an unter
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Redaktion: Olaf Hofmann

Impressum und V.i.S.d.P.
Dieser Newsletter wird von Wille Bartz, Geschaeftsfuehrer connexx.av GmbH, dem Projekt der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, monatlich herausgegeben.
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c/o ver.di LBZ Niedersachsen
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Goseriede 10-12
30159 Hannover

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