Hartz-IV-Kochbuch

 
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Michael
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BeitragVerfasst am: Fr Feb 13, 2009 3:51 am    Titel: Hartz-IV-Kochbuch Antworten mit Zitat
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Hartz-IV-Kochbuch
Essen für 4,30 Euro - pro Tag


Wer von Hartz IV leben muss, kann von Besuchen in Restaurants nur Träumen. Selbst für die Imbissbude, wo ein Mittagessen ungefähr fünf Euro kostet, reicht das Geld nicht. Da gibt es nur eine Lösung: selber Kochen. Das fanden auch Kurt Meier und Uwe Glinka - und haben ein kleines Kochbuch für Hartz-IV-Empfänger geschrieben.

Selbst Hartz-IV-Empfänger, haben Kurt Meier und Uwe Glinka monatlich jeweils 351 Euro zur Verfügung, um alle Ausgaben zu decken. Fürs Essen bleibt da wenig übrig. Doch anstatt zu resignieren, haben die beiden ein Kochbuch geschrieben. Alle Gerichte darin sind knallhart kalkuliert. "4,33 Euro bleiben mir pro Person für Frühstück, Mittag- und Abendessen", sagt Uwe Glinka.
Landfrauen lieferten viele Rezepte
In ihrer Not erinnerten sich die beiden an alte Zeiten: "Wir haben viele Landfrauenverbände in ganz Deutschland angeschrieben und haben um alte Rezepte aus der Nachkriegszeit gebeten. Diese Generation hatte nach dem Krieg auch nicht viel Geld. Und die haben trotzdem was tolles auf den Tisch gezaubert", sagt Kurt Meier. 300 Rezepte bekamen sie zugeschickt. 28 davon schafften es in ihr Buch. Eine Voraussetzung war, dass alle Gerichte leicht zuzubereiten sind.

Auf ihre Buchidee kamen sie während einer beruflichen Weiterbildung der Arbeitsagentur. "Wir haben uns in einer Maßnahme der ARGE kennen gelernt", so Glinka. "Da haben wir mit vielen Gleichgesinnten gesprochen. Die haben uns erzählt, dass sie Mitte des Monats kein Geld mehr haben. Da ist uns die Idee gekommen, diesen Leuten zu helfen."
Zu alt für den Arbeitsmarkt?
Gekocht haben die beiden früher eigentlich so gut wie nie. Uwe Glinka war Vertriebsleiter in einem Autohaus. Seit acht Jahren ist er arbeitslos. Kurt Meier war früher Informationselektroniker. Er ist seit zwei Jahren ohne Job. Hoffnung auf eine feste Anstellung haben sie inzwischen nicht mehr. "Wenn man mehr als hundert Bewerbungen geschrieben und man wird nicht einmal eingeladen, dann lässt daraus schließen, dass man einfach zu alt ist für den Arbeitsmarkt. Ich bin 54 - man wird von vorne herein aussortiert", sagt Meier.

Ihre Kochtipps für Hartz-IV-Empfänger sollen Kurt Meier und Uwe Glinka aus dieser Situation retten. Die beiden wollen sich sogar selbstständig machen. 5.000 Exemplare haben sie inzwischen verkauft. Für fünf Euro verschicken sie ihre Broschüre.

Quelle: http://www.mdr.de/brisant

Bemerkung zum Schluss: Hier hätte man vom MDR her so freundlich sein können und die Adressen der beiden kreativen Köpfe bekannt zu geben, damit man möglichst unkompliziert an das wahrlich preisgünstige Kochbuch kommen kann! Denn sie hätten es verdient ungestützt zu werden in ihrem Bemühen, sich eine Existenz auf zu bauen, wenn schon andere ihren Wert nicht erkennen... Bei benachbarten Sendeanstalten ist das gängige Praxis! UMW

Kontaktadresse

Mitteldeutscher Rundfunk
PB Familien-/Tagesprogramm
Redaktion "Brisant"
04360 Leipzig
Telefon: 0180.3424344/ 9 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz. Mobilfunk abweichende Preise
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BeitragVerfasst am: Fr Feb 13, 2009 3:55 am    Titel: Hartz IV - Wer bekommt wie viel? Antworten mit Zitat
Hartz IV - Wer bekommt wie viel?


Vor 2005 Jahren wurde mit dem Sozialgesetzbuch II die Arbeitslosenhilfe abgeschafft. Arbeitslose bekommen seither nach einem Jahr Arbeitslosigkeit "Hartz IV".

Das ist eine Monats-Pauschale, ergänzt um Miete und
Nebenkosten. Doch nicht jeder bekommt gleich viel:

Grundleistung

Die Grundleistung betrug anfangs 345, heute sind es 351 Euro. Diesen Regelsatz bekommen Alleinstehende, um damit ihren gesamten Lebensunterhalt, abgesehen von der Wohnung, zu bestreiten.

Bedarfsgemeinschaft

In der Bedarfsgemeinschaft ist es egal, ob zwei Menschen verheiratet sind oder nur zusammenleben. Beide bekommen dann 90 Prozent des Regelsatzes, also zusammen gut 630 Euro.

Kinder

Einem Kind bis 14 Jahre gesteht der Gesetzgeber 60 Prozent von Hartz IV zu, also 211 Euro. Zum 1. Juli soll dieser Wert bei 7- bis 13-Jährigen auf 70 Prozent steigen, also auf 246 Euro. Jugendliche
erhalten schon jetzt 80 Prozent des Regelsatzes, also 281 Euro. Künftig sollen Schüler 100 Euro im Jahr extra bekommen.

Alleinerziehende und Familien

Alleinerziehende erhalten zur Regelleistung von 351 Euro noch einen Aufschlag von 36 Prozent.
Somit käme eine Mutter mit einem Kind auf etwa 690 Euro. Eine Familie mit zwei Kindern könnte über knapp 1.060 Euro verfügen. Hinzu kämen aber immer Miete und Nebenkosten.

(Quelle: Arbeitsagentur Kassel)
Studie Bundesagentur für Arbeit
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BeitragVerfasst am: Fr Feb 13, 2009 4:01 am    Titel: Immer mehr Berufstätige brauchen Hartz IV Antworten mit Zitat
Immer mehr Berufstätige brauchen Hartz IV

In Deutschland können immer mehr Menschen nicht von ihrem Einkommen leben. Das belegt eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. In Mitteldeutschland sind mehrere hunderttausend Menschen auf staatliche Hilfe angewiesen, obwohl sie arbeiten gehen. Der DGB spricht von einer bedenklichen Entwicklung.
In Deutschland sind 1,35 Millionen Menschen auf ergänzendes Arbeitslosengeld II angewiesen. Darunter fallen - neben den zusammen etwa 628.000 Aufstockern mit Vollzeit- oder Teilzeitjob - auch die etwa 724.000 Hartz-IV-Empfänger, die mit Minijobs ihr Einkommen aufbessern. Das geht aus einer neuen Statistik der Bundesarbeitsagentur für Arbeit hervor.

Vor allem die Gewerkschaften machen sich stark für einen gesetzlichen Mindestlohn.

Tendenz steigend

Die Zahl der sogenannten Aufstocker, die mindestens 800 Euro brutto im Monat erhalten, ist von Januar bis Juli 2008 um 14.870 auf 384.467 Personen gestiegen. Auch die Zahl der Aufstocker, deren Bruttoverdienst zwischen 400 und 800 Euro liegt, wuchs in diesem Zeitraum um fast 12.000 auf 243.550.

Statistik für Mitteldeutschland

In Mitteldeutschland bekamen im April 2008 insgesamt 907.904 Menschen Arbeitslosengeld II. 260.788 von ihnen - ungefähr 30 Prozent - waren erwerbstätig: Die eine Hälfte in einem sogenannten Minijob, die andere Hälfte in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.

In Sachsen sind 40.592 Menschen auf Hartz IV angewiesen, die ein Brutto-Einkommen von über 800 Euro im Monat haben. In Thüringen lag die Zahl dieser Aufstocker bei 17.524 Personen und in Sachsen-Anhalt sind es 24.706 Arbeitnehmer. Während die Zahlen in Sachsen-Anhalt und Thüringen im Vergleich zum Vormonat konstant blieben, sind sie in Sachsen etwas angestiegen.

DGB-Experte schlägt Alarm

Der DGB-Arbeitsmarktexperte Adamy sprach von einer äußerst bedenklichen Entwicklung. Dabei hätte es eigentlich weniger Aufstocker geben müssen, weil die Wirtschaft zu dieser Zeit floriert habe und der Bedarf an Arbeitskräften gestiegen sei. Das Gegenteil sei aber der Fall, die prekäre, nicht existenzsichernde Arbeit habe zugenommen. Für die Betroffenen sei es demoralisierend, wenn sie voll arbeiteten und trotzdem auf staatliche Leistungen angewiesen seien.

Kundgebung des DGB am 1. Mai 2008 mit dem SPD-Politiker Hans-Jochen Vogel

Schlimbach: "Das ist verwerflich"

Der DGB in Sachsen hat den Arbeitgebern vorgeworfen, die Löhne auf Kosten der Allgemeinheit zu drücken. Der für Arbeitsmarktpolitik zuständige Abteilungsleiter Markus Schlimbach sagte MDR INFO, künftige Mitarbeiter würden in Einstellungsgesprächen dazu aufgefordert, sogenannte Aufstockerleistungen zu beantragen und sich den Rest des Lohns vom Staat zu holen. Das sei verwerflich. Laut Schlimbach habe sich die Zahl der sogenannten Aufstocker in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen innerhalb eines Jahre von 220.000 auf 250.000 erhöht. Das entspreche einem Anstieg von zehn Prozent.

Koalition spricht über Mindestlöhne

Eine Koalitionrunde wird sich am Donnerstag erneut mit dem Thema Mindestlohn beschäftigen. Dabei geht es zunächst um Mindestlöhne in einzelnen Branchen. Einen gesetzlichen Mindestlohn wird bislang von der Union abgelehnt. Das Bundesarbeitsministerium hat errechnet, dass man bei Hartz IV bis zu 1,5 Milliarden Euro sparen kann, wenn ein gesetzlicher Mindestlohn von 7,50 Euro die Stunde eingeführt werde.

Quelle: www.mdr.de/brisant
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