Verfasst am: Sa Aug 18, 2007 4:29 am Titel: Die ZBF gibt es nicht mehr
14. Juni 2007
Die ZBF gibt es nicht mehr
Abgelegt unter: Allgemein, Kunst & Geld — Sören Fenner @ 12:35
Es wird natürlich nicht besonders großartig kommuniziert in der Arbeitsagentur. Deshalb haben sie uns auch wahrscheinlich verschwiegen, dass die ZBF still und heimlich am 01.05.2007 mit den Künstlerdiensten verschmolzen ist, als Unterabteilung der ZAV (Zentrale Auslands- und Fachvermittlung).
Eigenerklärung
Herzlich willkommen bei der Künstlervermittlung
der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)
der Bundesagentur für Arbeit!
Zum 01.05.2007 wurden die Zentrale Bühnen-, Fernseh- und Filmvermittlung (ZBF) und die Künstlerdienste (Kd) zu einer kompakten Künstlervermittlung unter dem Dach der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) zusammengefasst.
Die Künstlervermittlung ist eine spezielle Service-Einrichtung der Bundesagentur für Arbeit für die Vermittlung von darstellenden Künstlern und künstlerisch-technischen Berufen rund um Bühne und Kamera. Ihr Vermittlungsauftrag leitet sich ab aus den §§ 1 ff. SGB III sowie insbesondere § 36 SGB III.
Die Künstlervermittlung unterhält Agenturen in Berlin, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München und Stuttgart. Die Mitarbeiter der Künstlervermittlung beraten in allen künstlerischen und beruflichen Fragen. Durch intensive Reisetätigkeit und genaue Marktbeobachtung haben sie einen detaillierten Überblick über das künstlerische und technische Personal ebenso wie über das Produktionsgeschehen von Bühne, Film und Fernsehen im gesamten deutschsprachigen Raum.
Die Künstlervermittlung bietet ihren Service in den Sparten Schauspiel, Musiktheater, Orchester, Film und Fernsehen, Unterhaltung und Werbung an.
Die Verwertung und Vervielfältigung der nachstehenden Bewerberangebote ohne eine schriftliche Genehmigung der Bundesagentur für Arbeit ist untersagt (§§ 4, 53, 54 des Urheberrechtsgesetzes - UrhG). Das gilt auch für die der Datenbank zugrundeliegenden Strukturen und Programme (§§ 69 c UrhG).
Natürlich ändert sich erstmal bei der Vermittlung nichts. Aber man fragt sich natürlich, warum diese Änderung - nach der heftigen Bundesrechnungshof-Kritik im letzten Jahr gegen die Künstlerdienste - von der Arbeitsagentur vorgenommen wurde.
Will man etwa schleichend diesen Service abschaffen? Das wäre zumindest eine Erklärung. Denn es ist natürlich leichter, etwas zu verkleinern, abzuschaffen oder zu kürzen, was keinen eigenen Namen mehr hat.
Oder will man Personal kürzen und den Service dadurch "ent-spezialisieren"? Sieht so aus, wenn eine Abteilung in Zukunft Opernsänger UND Zauberer vermittelt.
Vielleicht wollte man aber auch nur den Künstler dienst retten, der soo in der Kritik des Bundesrechnungshofes und damit in der der Öffentlichkeit stand, weil dort für Steuergelder Artisten in nicht-sozial versicherungspflichtige Gala-Auftritte vermittelt wurden. Was tatsächlich überhaupt nicht die Aufgabe der Arbeitsagentur ist, denn sie ist ja in erster Linie eine Versicherung, die von den Beitragen ihrer Versicherungsnehmer lebt. Und Artisten bei Galas auf Honorarbasis zahlen keine Beiträge. Im Gegensatz zu vielen (Film)schauspielern, die zwar fette Beiträge bezahlen, aber keine Leistungen bekommen können (Hartz IV). Deshalb steht auch jetzt in den FAQ der neuen Künstlervermittlung:
"Es werden Künstler vermittelt, die ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis suchen."
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