Smileys, Gentechnik-Kennzeichnung und "Bauer sucht Brot

 
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
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BeitragVerfasst am: Fr Jul 09, 2010 4:50 am    Titel: Smileys, Gentechnik-Kennzeichnung und "Bauer sucht Brot Antworten mit Zitat
Hallo und guten Tag, 08.07.2010

„Qualitätsurteil: wichtig wie nie“, titelt die heutige Ausgabe des Magazins Stern. Gemeint sind damit Verbraucherschutzorganisationen, namentlich auch foodwatch. Zwei Drittel der Befragten in einer repräsentativen Studie haben demnach „großes Vertrauen“ in diese Institutionen - nur Familie und Freunde erzielen bessere Werte. In Wirtschaftsunternehmen vertrauen gerade einmal 26 Prozent, in die Bundesregierung sogar nur 20 Prozent. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Bürger ihre Interessen häufig von der Politik nicht vertreten sehen.

Sie wollen es(s) wissen? Lesen Sie mehr,

Ihr foodwatch-Team


Unsere Themen:

Bundestagsanhörung zu Informationsrechten

Bei einer Anhörung des Verbraucherausschusses im Deutschen Bundestag hat foodwatch gestern für die Veröffentlichung von Lebensmittelkontrollen und eine Stärkung der Bürgerrechte im Verbraucherinformationsgesetz plädiert. Die meisten Sachverständigen – Ausnahme: die Vertreter der Edeka und des Wirtschaftslobbyverbandes BLL – sprachen sich für die Einführung des „Smiley-Systems“ aus, mit dem dänische Lebensmittelkontrolleure schon seit Jahren per Aushang in Supermärkten oder Gaststätten informieren, ob in den Betrieben alles in Ordnung war oder Hygienemängel festgestellt wurden. Unsere Stellungnahme für den Ausschuss haben wir zum Nachlesen im Internet veröffentlicht:
http://www.foodwatch.de/kampagnen__themen/verbrauchergesetz/index_ger.html
Während sich neben der gesamten Opposition mit der FDP auch der kleinere Koalitionspartner offen für das Smiley-System zeigte, wurden aus der Unionsfraktion Stimmen dagegen laut. foodwatch wird weiter Druck machen. Bitte helfen Sie uns dabei und unterzeichnen jetzt unsere E-Mail-Aktionen für mehr Informationsrechte
https://foodwatch.de/kampagnen__themen/verbrauchergesetz/mitmach_aktion/index_ger.html
und für die Einführung des Smiley-Systems!
https://foodwatch.de/e10/e26043/e26055/

Rückschlag für Gentechnik-Kennzeichnung

Seit langem fordert foodwatch mehr Transparenz über den Einsatz von Gentechnik. Bisher müssen nur transgene pflanzliche Zutaten deklariert werden. Wir setzen uns dafür ein, dass auch Tierprodukte verpflichtend gekennzeichnet werden müssen, wenn Kühe, Schweine oder Hühner gentechnisch veränderte Futtermittel bekommen. Über einen entsprechenden Antrag stimmte gestern das Europäische Parlament ab. Das bittere Ergebnis: Zwar sprachen sich deutlich mehr Abgeordnete für als gegen die Kennzeichnungspflicht aus, dennoch wurde die nötige absolute Mehrheit hauchdünn um 18 Stimmen verfehlt. Ein positives Votum gab es jedoch: Das Parlament stimmte für ein EU-weites Verbot von Klonfleisch.

Bauer sucht Brot

Fruchtkremfüllung ohne Frucht oder Heringsalat auf Rindfleischbasis: Solche Bezeichnungen legt die beim Bundesverbraucherministerium angesiedelte Lebensmittelbuchkommission
http://foodwatch.de/kampagnen__themen/verbraucherpolitik/lebensmittelbuch/index_ger.html
in ihren „Leitsätzen“ fest. So weit, so irreführend. Bei Schinkenbrot sei die Zugabe von Schinken ausdrücklich „nicht üblich“, heißt so eine weitere Definition. Erstaunt waren wir, dass die Vorsitzende der Kommission, Birgit Rehlender, dies als völlig logisch verteidigt – mit folgender Begründung: „Bei einem Bauernbrot erwarten sie in dem Brot auch keinen Bauern.“ So wird Frau Rehlender, die als Verbrauchervertreterin in der Kommission sitzt, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
http://www.faz.net/s/Rub8E1390D3396F422B869A49268EE3F15C/Doc~E25794BE85C124F3888D35ECD19B3D513~ATpl~Ecommon~Scontent.html
zitiert. Wer sich angesichts solcher Festlegungen getäuscht fühlt, hat ihrer Auffassung nach offenbar selbst Schuld: „Der Verbraucher ist in der Pflicht, sich die Leitsätze anzugucken, dafür gibt es das Lebensmittelbuch.“ Wann haben Sie denn eigentlich zum letzten Mal ins Lebensmittelbuch geschaut? foodwatch jedenfalls wird sich auch in Zukunft eine andere Meinung erlauben: Die Leitsätze sollten so verfasst sein, dass es nicht zu Irreführung kommt. Deshalb muss die Arbeit der Kommission, die bisher im Geheimen arbeitet, öffentlich gemacht werden.

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PS: Recherchen und Kampagnen sind teuer. Aber ein wichtiges Druckmittel, damit Industrie und Politik sichere und ehrliche Lebensmittel gewährleisten und transparent deklarieren. Unterstützen Sie uns deshalb in unserer Arbeit und werden Sie Fördermitglied!
https://foodwatch.de/spender__unterstuetzer/mitglied_werden/index_ger.html


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