Verfasst am: Do Feb 05, 2009 6:23 pm Titel: Verbraucherministerin stellt sich gegen die Verbraucher...
Beobachter des politischen Dilettantismus werden es nicht anders erwartet haben: Aber lesen Sie selbst was unsere Volksvertreter - gegen die Mehrheit der Bevölkerung - verzapfen. Ich denke, das sollte bei der Bundestagswahl die in diesem Jahr stattfinden wird, berücksichtigt werden!UMW
Hallo und guten Tag,
keinen Schritt nach vorn, aber zwei zurück: Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner hat die Chance verpasst, sich klar für die Nährwert-Ampel auszusprechen. Dabei hatten die Verbraucherminister der Länder schon im Herbst 2008 offiziell die verbraucherfreundliche, farbliche Lebensmittelkennzeichnung gefordert, auch Aigners Vorgänger Horst Seehofer positionierte sich damals "ohne Wenn und Aber" pro Ampel. Die neue Ministerin aber tut so, als habe die Debatte nie stattgefunden. Am vergangenen Dienstag hatte sie vor allem Vertreter der Lebensmittelindustrie zu einem Spitzengespräch über die Nährwert-Kennzeichnung eingeladen. Ergebnis: Offiziell keins. Aigner vermied die Festlegung in Sachen Ampel. Weil sie damit jedoch hinter längst gefasste Beschlüsse zurückfällt, kann dies nur eins bedeuten: Die Ministerin schlägt sich auf die Seite der Industrie und stellt sich gegen die Verbraucher.
foodwatch hatte Aigner vor dem Spitzentreffen aufgefordert, sich klar und deutlich zu einer farblichen Nährwertkennzeichnung zu bekennen. Denn Deutschland will die Ampel: 67 Prozent der Verbraucher fordern die Bundesregierung auf, eine farbliche Nährwert-Kennzeichnung durchzusetzen. 64 Prozent verlangen sogar einen deutschen Alleingang, also die Einführung der Ampel auf nationaler Ebene, falls es nicht bald zu einer einheitlichen EU-weiten Lösung kommt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen, repräsentativen Emnid-Umfrage, die foodwatch in Auftrag gegeben hat. Ein klares Votum, das Ilse Aigner ebenfalls ignoriert.
Umso wichtiger ist es jetzt, der Ministerin zu zeigen, dass Sie die Ampel wollen. Nehmen Sie an der Mitmach-Aktion von foodwatch für die Ampelkennzeichnung teil und schreiben Sie an Frau Aigner – denn auch von Ihrem Engagement wird es abhängen, ob es zu einer EU-weiten und verbraucherfreundlichen Regelung kommt. Unterschreiben Sie den Protestbrief im Internet unter:
http://www.foodwatch.de/kampagnen__themen/ampelkennzeichnung/mitmach_aktion/
Sehen Sie außerdem, was foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode zur Ampelkennzeichnung sagt. Den Beitrag aus dem ARD-Morgenmagazin vom 3. Februar 2009 gibt es zum Anschauen unter:
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/1492946
Verfasst am: Fr Feb 13, 2009 3:31 pm Titel: Ilse Aigner spricht sich gegen die Ampel Kennzeichnung aus..
Hallo und guten Tag,
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner hat die Karten auf den Tisch gelegt. In einem Interview mit der Badischen Zeitung spricht sich die Ministerin unmissverständlich gegen die Ampelkennzeichnung bei Lebensmitteln aus und kritisiert, dass Organisationen wie foodwatch "die Ampel wie eine Monstranz vor sich hertragen". Bislang hatte sie sich vor einer klaren Stellungnahme gedrückt. Auffällig: Erst vor wenigen Tagen traf sich die Ministerin vor allem mit Vertretern der Lebensmittelindustrie zu einem Spitzengespräch über die Nährwert-Kennzeichnung. Die Hersteller wehren sich mit aller Kraft gegen die Ampel – und hatten damit bei der Ministerin Erfolg, wie es scheint.
Ihre Industriehörigkeit kaschiert Frau Aigner, indem sie die Ampelkennzeichnung bewusst falsch darstellt: "Vollkornbrot zum Beispiel würde mit einem roten Punkt gekennzeichnet, während Weißbrot einen gelben bekäme", verkündet die Ministerin in der Badischen Zeitung. Das aber ist schlichtweg falsch. Vollkornbrot bekäme nicht einen Punkt, sondern vier. Bei einem hohen Salzgehalt würde die Ampel nur bei Salz Rot zeigen, nicht aber bei Fett, gesättigten Fettsäuren und Zucker. Eine wichtige Information beispielsweise für Menschen mit Bluthochdruck, die zu viel Salz meiden sollen.
Ilse Aigner hat angekündigt, sich für das industriefreundliche GDA-Modell einzusetzen – reine Zahlen- und Prozentangaben, die der Industrie helfen, die tatsächlichen Nährwerte vieler Produkte zu verschleiern. Zeigen Sie der Ministerin deshalb jetzt, dass die Verbraucher die Ampel wollen, und nehmen Sie noch heute an der Mitmach-Aktion für die Ampelkennzeichnung teil. Ganz einfach unter:
http://foodwatch.de/kampagnen__themen/ampelkennzeichnung/mitmach_aktion/
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