Übler Schachzug in Sachen Künstlersozialkasse (KSK)...

 
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Michael
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 392

BeitragVerfasst am: Sa Sep 13, 2008 12:36 am    Titel: Übler Schachzug in Sachen Künstlersozialkasse (KSK)... Antworten mit Zitat
Liebe Theaterjobber,

in den letzten Tagen ging es hier hoch her. Nicht nur wegen des
Spielzeitbeginns, der dafür sorgt, dass wir eine Menge neuer und
interessanter Stellenangebote veröffentlicht haben, sondern vor allem
wegen der KSK.

Es gibt wieder Wirbel um die Künstlersozialkasse, die für unsere
freiberuflichen Kollegen sorgt, indem sie ihnen einen ähnlichen Schutz
in der gesetzlichen Sozialversicherung gibt wie "normalen"
Arbeitnehmern. Der Bundesrat versucht nämlich gerade, die KSK
abzuschaffen. Und das klammheimlich - über ein "Gesetz zur Entlastung
des Mittelstands". Eine Initiative der Länder Baden-Württemberg,
Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und
Schleswig-Holstein. Diese Meldung erhielten wir vorgestern. Tags darauf
kam heftiger Protest der Parteien, Länder, Künstlerverbände und
Gewerkschaften gegen die Abschaffung. Gestern und heute dann das
Zurückrudern der Landespolitiker, die die Initiative gestartet hatten.

Wie dem auch sei: die Abstimmung findet erst am 19.09.2008 im Bundesrat
statt. Und hinter der Abschaffungs-Idee stecken die mächtigen deutschen
Wirtschaftsverbände, denen die Extrazahlung von 5% Verwerterabgabe an
die KSK auf künstlerische Honorare ein Dorn im Auge ist.
Weitere Links zum Thema:

http://www.abendblatt.de/daten/2008/09/10/934594.html

http://www.tagesschau.de/inland/kuenstlersozialkasse100.html

http://www.hannover-zeitung.net/content/view/104539/

Deshalb bitten wir Sie um Ihre Mithilfe: Schreiben Sie eine Mail. Direkt
an einen der Abschaffungs-Ministerpräsidenten - oder an alle. Und so
kreativ wie möglich: als Gedicht, als Video - als MP3-File mit einer
Protestarie oder als Bild mit gezeichnetem Protest. Und bitte eine Kopie
an uns (bcc: ksk-bleibt@theaterjobs.de). Die stellen wir dann auf den
Blog, den wir extra dafür eingerichtet haben: http://www.ksk-bleibt.de

Helfen Sie mit, den Druck bis zum 19.09. aufrecht zu erhalten! Erst dann
können wir sicher sein, dass die KSK bleibt. Und hier sind die
Emailadressen:

Peter Harry Carstensen (Schleswig Holstein) -
landesregierung@schleswig-holstein.de

Prof. Dr. Wolfgang Böhmer (Sachsen-Anhalt) -
ministerpraesident@stk.sachsen-anhalt.de

Christian Wulff (Niedersachsen) -
poststelle@stk.niedersachsen.de

Roland Koch (Hessen) -
r.koch@ltg.hessen.de

Jens Böhrnsen (Bremen) -
jens.boehrnsen@sk.bremen.de

Matthias Platzeck (Brandenburg) -
gudrun.weichbrodt@stk.brandenburg.de
(das ist seine Büroleiterin)

Günther H. Oettinger (Baden-Württemberg) -
poststelle@stm.bwl.de

Wir bedanken uns im Voraus für Ihre Solidarität, Ihre Kreativität und
Ihre Initiative. VIEL SPASS!! Und schauen Sie in den nächsten Tagen auf
http://www.ksk-bleibt.de - hoffentlich können wir den Politikern zeigen,
dass das Netzwerk der Theaterleute in Deutschland stark und schnell ist!

Herzliche Grüße

Sören Fenner und das theaterjobs.de-Team
*******************************************
www.theaterjobs.de
Der Theater-Stellenmarkt im Internet
Schomburgstr. 118 A
22767 Hamburg
Deutschland
fon: +49.40.87872225
fax: +49.40.38017884140
info@theaterjobs.de
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Michael
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 392

BeitragVerfasst am: Sa Sep 13, 2008 3:27 am    Titel: Die „kreativen Berufe“ stehen auf dem Prüfstand! Antworten mit Zitat
Zusammenfassung, Ergänzung aus allem, was in den letzten Tagen über die wahnwitzige Idee, die KSK zu eliminieren, geschrieben wurde. UMW

Seit die Bundesregierung sich entschloss die Deutsche Bundespost zu privatisieren – ich nenne das: „der Tag an dem die Briefkästen abmontiert wurden“, geht es für jedermann sicht- und überall spürbar mit der Bundesrepublik Deutschland bergab! In der Tat hängt für mich alles mit diesem Ereignis zusammen.

Seit dem läuft alles aus dem Ruder. Wahnwitzige Entscheidungen werden von den regierenden Parteien in gewohnter Einmütigkeit mit den Arbeitgeberverbänden an- und durchgesetzt. Ich empfehle in diesem Zusammenhang das wunderbare, aber aus heutiger, aktueller Sicht, von Albrecht Müller für mich noch zu rücksichtsvoll geschriebene Buch: Machtwahn. Wie eine mittelmäßige Führungselite uns zugrunde richtet. Knaur, ISBN 978-3-426-77979-8, € 8,95!

Nicht nur dass wir von der Bundesagentur für Arbeit was die Beschäftigungssituation in Deutschland betrifft, fast täglich via Medien belogen werden, nichts hat sich verändert! Es sind statistisch gesehen mehr Menschen beschäftigt, aber zu welchen Bedingungen?

Mich wundert, dass es immer noch so ruhig ist in Deutschland. Was muss denn noch passieren um endlich mal klar zu machen wer der Souverän ist? Vielleicht sollte man den "Linken" doch mal eine Chance geben, anstatt sie zu verteufeln?!

Nun soll es den Kreativen an den Kragen gehen.
Um was geht es? Die KSK (Künstlersozialkasse) soll abgeschafft werden! Die Empfehlung zur Abschaffung ist im Entwurf des Dritten Mittelstandsgesetzes enthalten und wird mit zu großer Bürokratie begründet. Laut Bundesrat haben sich der Wirtschaftsausschuss, der Ausschuss für Frauen und Jugend, der Finanzausschuss und der Ausschuss für Innere Angelegenheiten für eine Abschaffung ausgesprochen. Konkret heißt es: "Der Aufwand bei der Feststellung der Abgabenpflicht und bei der Durchführung des Verfahrens, Deutsche Rentenversicherung bei der Ermittlung der abgabepflichtigen Unternehmen sowie die Verpflichtung zur Beantwortung eines mehrseitigen Fragebogens führen zu einer großen Bürokratie."

In der Wahlperiode 16/Drucksache 16/196 des Deutschen Bundestages vom 14.12.2005 setzte man eine Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland" ein, um eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation von Kunst und Kultur in Deutschland zu erarbeiten. Vertreten durch die Fraktionen CDU/CSU, SPD, FDP, DIE LINKE, und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Am Donnerstag, dem 13. Dezember 2007 nun endlich, hat die Kommission ihren mehr als 500seitigen Schlussbericht dem Bundestag vorgelegt. Darin formulieren die Kulturpolitiker und Sachverständigen über 400 Empfehlungen für politisches Handeln. Darin wurde auch ausdrücklich auf die Wichtigkeit der Künstlersozialkasse hingewiesen, die freien kreativ arbeitenden Künstlern, Publizisten etc. die Möglichkeit gibt, in einem unsicheren, chronisch unterbezahlten Terrain, eine soziale Absicherung zu garantieren, die jedem „normal werktätig arbeitenden“ auch zugute kommt.
Also - wer würde die KSK am liebsten abschaffen? Es sind die Wirtschaftsverbände! Denn seit der Reform werden nicht nur - wie bisher üblich - von allen Theatern, Galerien usw. Verwerter abgaben einbehalten (ca. 5% auf alle ausgezahlten Honorare), sondern auch von z.B. der „Fleischerei Meier“, die sich ihre Webseite von einem Webdesigner hat gestalten lassen. Der hat dafür 1.000 Euro bekommen - und jetzt kommt die KSK und will zusätzlich 50 Euro (5% Verwerterabgabe). Fleischer Meier ist sauer, denn von der KSK wusste er überhaupt nichts - und deshalb wendet er sich an seinen Verband und beschwert sich. Diese Verbände haben Macht in Deutschland! Deshalb der erneute Versuch, die KSK abzuschaffen - diesmal über den Bundesrat.

Jetzt sind die Arbeitgeberverbände dabei die 1983 gegründete Künstlersozialversicherung mit Sitz in Wilhelmshaven am 19.09.2008 im Bundesrat zu kippen, die sich zu rund 50 Prozent durch die Beiträge der Versicherten, zu 20 Prozent durch einen Bundeszuschuss und zu 30 Prozent durch eine Abgabe der Kunst und Publizistik verwertenden Unternehmen finanziert.
Derzeit sind rund 160.000 Mitglieder in der Künstlersozialkasse versichert. Sie verdienen laut Kulturrat durchschnittlich 12.616 Euro im Jahr! Bei einem solch geringen Einkommen sei eine private Absicherung nicht möglich, so der Kulturrat. Sollte die KSK abgeschafft werden, stünden viele Künstler ohne Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung da. Hinter der Abschaffungs-Idee stecken die mächtigen deutschen Wirtschaftsverbände, denen die Extrazahlung von 5% Verwerterabgabe an die KSK auf künstlerische Honorare ein Dorn im Auge ist.
Laut Deutschem Kulturrat kommt die Initiative zur Abschaffung der KSK von den Ländern Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.

UMW
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