Verfasst am: Di Jul 08, 2008 7:51 pm Titel: erhoehter Grenzwert fuer Fischkonserven in Kraft...
Hallo und guten Tag,
Politik paradox: Weil die Europ?ische Union den Grenzwert f?r giftiges Dioxin in Fischkonserven erh?ht, soll der B?rger weniger der belasteten Lebensmittel essen. Klingt verr?ckt? Ist es auch.
Das europ?ische Lebensmittelrecht misst dem vorbeugenden Gesundheitsschutz h?chste Priorit?t zu ? leider nur auf dem Papier. So hei?t es im deutschen Lebensmittelgesetz, das auf der EU-Basisverordnung Nr. 178/2002 beruht: "Zweck des Gesetzes ist es, bei Lebensmitteln, Futtermitteln, kosmetischen Mitteln und Bedarfsgegenst?nden den Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher durch Vorbeugung gegen eine oder Abwehr einer Gefahr f?r die menschliche Gesundheit sicherzustellen." Die Realit?t sieht leider anders aus: Am 9. Juli tritt ein erh?hter Grenzwert f?r Dioxine und dioxin?hnliche polychlorierte Biphenyle (PCB) in der Fischspezialit?t Dorschleber in Kraft. Der Grenzwert steigt um das Dreifache von 8 auf 25 Pikogramm pro Gramm. Die Begr?ndung: der niedrige Pro-Kopf-Verbrauch des Produkts. Tats?chlich aber wird der Grenzwert angepasst, damit Produzenten ihre Ware nicht vom Markt nehmen m?ssen. Eine beh?rdlich genehmigte Vergiftung, findet foodwatch. Denn Dioxine und die dioxin?hnlichen PCB sind giftig und zum Teil krebserregend. Ihre Aufnahme sollte so gering wie m?glich bleiben.
Bereits im Fr?hsommer 2007 hatte foodwatch Dorschleber auf ihren Gehalt an giftigen Dioxinen und dioxin?hnlichen PCB getestet. Alle Proben wiesen eine ?berschreitung des damaligen EU-Grenzwertes f?r Dioxine von 8 Pikogramm pro Gramm auf. Die zust?ndigen Beh?rden blieben unt?tig. Erst auf ?ffentlichen Druck von foodwatch nahmen mehrere Handelsketten die Ware aus den Regalen. Die Lebensmittel-Lobby k?ndigte an, sich f?r eine ?berpr?fung des Grenzwertes einzusetzen ? mit Erfolg.
Hilflos musste nun das Bundesinstitut f?r Riskikobewertung (BfR), dessen Fachleute die Bundesregierung beraten, auf die Heraufsetzung des Grenzwertes reagieren. Mit einer Verzehrsempfehlung, nach der Verbraucher h?chstens alle zwei Monate eine Dose Dorschleber von 150 Gramm essen sollten. Und zwar aus "Gr?nden des vorbeugenden Gesundheitsschutzes". Absurd: Vorbeugender Gesundheitsschutz bedeutet nicht niedrige Grenzwerte und strenge Kontrollen, sondern beschr?nkt sich auf den Hinweis, den Konsum von belasteten Lebensmitteln einzugrenzen. Ein Hinweis, der noch nicht einmal auf Verpackungen aufgedruckt wird, sondern nur im Internet zu finden ist.
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