Wulffs VW-Heldentaten

 
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BeitragVerfasst am: Do Apr 12, 2007 10:30 pm    Titel: Wulffs VW-Heldentaten Antworten mit Zitat
Dieser Kommentar gefällt mir! Menschen wie Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Selenz braucht das Land!
UMW

Selenz` Kommentar 13. November 2006


Wulffs VW-Heldentaten

Siehe auch „Porsche-Krieger Piech“ - 24.01.06 und „Pischetsrieder und die Misthaufen“ - 12.02.06

Betrachtet man die jüngste Geschichte der Volkswagen AG, so drängen sich Parallelen zu griechischen Heldensagen geradezu auf. Stets schwingt monumentale Tragik mit. Von durchaus historischer Dimension. So war das Schicksal des Phaeton gewissermaßen schicksalhaft vorbestimmt. Jenes Monster-Passat, gefertigt in der gläsernen Manufaktur in Dresden. Schon der antike Phaeton, Sohn des Sonnengottes Helios, kam beim Lenken des Sonnenwagens ums Leben. Den irdischen Phaeton ereilt gerade ein ähnlich tragisches Schicksal. Dem neuen Eos-Cabrio ist hoffentlich ein erfolgreicheres Leben hienieden vergönnt. Wie weiland der Namenspatronin Eos, einst Schwester des Sonnengottes. Doch VW und das alte Hellas verbindet weit mehr.

Insbesondere die Figur des Herkules, Sohn von Göttervater Zeus und Alkmene, hat Hochkonjunktur in Wolfsburg. Viele „Helden“ drängen sich bei der Besetzung dieser Rolle geradezu auf. Das historische Vorbild entschloss sich einst, dem Pfad der Tugend und der Ehrbarkeit zu folgen. Wolfsburg lässt grüßen! Die Zahl 12 spielt dabei eine wichtige Rolle. 12 Jahre hatte Herkules König Eurystheus zu dienen. In dieser Zeit bewältigte er 12 schwere Aufgaben. Es begann mit der Tötung des Nemeischen Löwen. Der Hydra entfernte er - überaus trickreich - die nach-wachsenden Köpfe. Bei seiner zwölften und letzten Tat besiegte Herkules schließlich Kerberos, den Höllenhund. Das gefesselte Monster zeigte er dem König. Dieser versteckte sich allerdings angesichts des grauenvollen Anblickes in einer großen Vase. Herkules brachte das Monster schließlich wieder zurück in die Unterwelt. So weit die griechische Sage. Doch zurück zu VW.

VW-Lenker Piech hat eine Vorliebe für griechische Namen - s. o.! Die Zahl 12 hat auch für ihn transzendentale Bedeutung. Er zeugte 12 Kinder. Im Piech-Originaljargon: „Etwa ein Dutzend“. Allerdings mit der Einschränkung: „So genau weiß man das nicht“. Einem frechen Magazin, das diese Äußerungen so deutete, der VW-Lenker kenne die Zahl seiner Kinder nicht, machte Piech kurzerhand den Prozess. Auf der Habenseite seiner mehr als 12-jährigen Zeit als offizieller und inoffizieller Konzern-Lenker steht ohne Zweifel der Aufbau des größten Misthaufens der VW-Geschichte. Bei dieser Titanenaufgabe wurde er unterstützt von kongenialen Helfern. Die VW-Revision immer mitten drin. Braunschweiger Staatsanwälte verstecken sich schon seit Jahren hinter Bergen kriminellen Unrats, die ihnen - schriftlich eingestanden - über den Kopf wuchsen. Dreistellige Millionenbeträge schwirren durch den Konzern. Wie Irrlichter! Wichtige Teile der Arbeitnehmer-Garde im Aufsichtsrat streiften auf VW-Kosten durch die Bordelle zwischen Rio und Dubai. VW-Einkäufer kassieren von Lieferanten privat für die Vergabe von Aufträgen an das Unternehmen. Die Frankfurter Justiz hat mit der Sichtung dieses Korruptions-Misthaufens gerade erst begonnen. Mit dem Rauswurf von Vorstandschef Pischetsrieder stellte Piech derweil einen neuen Rekord auf. Für die Ewigkeit! Er feuerte den Mann, bevor er seine zweite Vertragsperiode überhaupt angetreten hatte. Die beginnt nämlich erst im Frühjahr 2007. Beim Abschuss half Piechs Arbeitnehmer-Garde im Aufsichtsrat erneut aktiv mit. Die Spitzen der VW-Betriebsräte kassieren derweil - wie just bekannt wurde - fünfstellige Beträge. Zusätzlich! „Persönlicher Leistungsbonus“ nennt sich diese neue Sumpfblüte auf dem wild wuchernden VW-Misthaufen.

Doch auch hier weiß die griechische Geschichte Rat. Einen Misthaufen vergleichbarer Größe entfernte Herkules im Rahmen seiner 12 Prüfungen bei König Augias. Der hatte riesige Herden im Stall. Die Entfernung der Exkremente war mit herkömmlichen Mitteln unmöglich. Herkules löste indes auch diese Aufgabe. Er leitete - ökologisch eventuell nicht ganz korrekt - einfach den nahegelegenen Fluss Alpheios durch den Stall. Ministerpräsident Wulff, seines Zeichens VW-Aufsichtsrat, griff die antike Anregung auf. Im Januar 2006 machte er - in Kenntnis der Dimension des Misthaufens - den Vorschlag, bei VW „auszumisten“, indem man „den Mittellandkanal von oben in das Verwaltungsgebäude einleitet“. Christian Wulff könnte als neuer Herkules in die Geschichte eingehen, ließe er seiner vollmundigen Ankündigung endlich auch Taten folgen.

Peine, den 13. November 2006 gez.: Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Selenz
www.hans-joachim-selenz.de
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